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Illinois öffnet Freizeit-Shops für medizinische Cannabis-Patienten

Illinois hat 37 Freizeit-Cannabis-Händlern medizinische Lizenzen erteilt, womit diese künftig beide Kundengruppen bedienen dürfen. Die Neuregelung eröffnet steuerliche Vorteile auf Bundesebene und stärkt insbesondere kleine Betreiber aus sozialen Ausgleic

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Illinois öffnet Freizeit-Shops für medizinische Cannabis-Patienten

In Illinois dürfen ab sofort Dutzende lizenzierte Freizeit-Cannabis-Händler auch medizinische Marihuana-Patienten (MMJ) versorgen. Die Neuregelung schafft zusätzliche Ertragsperspektiven und könnte für zahlreiche Unternehmen einen Zugang zu steuerlichen Vergünstigungen auf Bundesebene eröffnen – darunter auch Betreiber aus sozialen Ausgleichsprogrammen im Cannabis-Sektor.

Seit vergangenem Donnerstag haben Einzelhändler mit gültiger Freizeit-Genehmigung die Möglichkeit, beim Illinois Department of Financial and Professional Regulation (IDFPR) eine Lizenz als medizinische Abgabestelle zu beantragen. Die Aufsichtsbehörde hat bis zum Donnerstag 37 bestehenden Freizeit-Cannabis-Händlern eine MMJ-Lizenz erteilt.

Diese Betreiber dürfen nun an einem Standort sowohl medizinische Patienten als auch Freizeitkunden bedienen, wie das IDFPR in einer Pressemitteilung bekannt gab. Bislang war dieses Privileg ausschließlich medizinischen Cannabis-Anbietern vorbehalten, die bereits vor dem Start des Freizeitverkaufs in Illinois im Januar 2020 aktiv waren.

Hintergrund und Marktkontext

Die Ausgabe der neuen Lizenzen erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die kanadischen Regulierungsbehörden in Illinois über eine Legalisierung des Outdoor-Anbaus von Marihuana beraten – ein Schritt, der den auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzten Markt durcheinanderbringen könnte. Laut der Pressemitteilung gibt es im Bundesstaat insgesamt 288 Freizeit-Cannabis-Abgabestellen, darunter 178, die im Rahmen von Losverfahren für soziale Ausgleichsprogramme eröffnet wurden.

Die Maßnahme „ebnet das Spielfeld für kleine Unternehmen“, teilte das IDFPR am Donnerstag mit. Erin Johnson, die staatliche Aufsichtsbeamtin für die Cannabisregulierung, erklärte, die Verantwortlichen in Illinois seien „stolz darauf, die Möglichkeiten für die vielen kleinen Cannabisunternehmen zu erweitern, die medizinische Patienten seit Jahren betreuen möchten.“

Die Änderung trat nach der Verabschiedung eines Reformgesetzes zum staatlichen Cannabiskontrollrecht im Juni in Kraft, das von Gouverneur JB Pritzker unterzeichnet worden war.

Steuerliche Vorteile auf Bundesebene

Für Betreiber, die bislang ausschließlich über Freizeitmarkt-Lizenzen verfügen, könnte der Erhalt einer medizinischen Lizenz die Registrierung bei der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA) ermöglichen – im Zuge der bundesweiten Neuklassifizierung von medizinischem Marihuana. Dies könnte zudem der Weg sein, über den Betreiber eine Entlastung vom Internal Revenue Service Code 280E anstreben, der die meisten regulären Betriebsausgabenabzüge in bundessteuerlichen Erklärungen untersagt.

Allerdings hat das Finanzministerium die versprochene Leitlinie bislang nicht vorgelegt. Medizinische Patienten zahlen außerdem geringere Steuern als Freizeitkunden, was die Betreiber hoffen lässt, dass dies die Umsätze trotz rückläufiger Einnahmen beleben wird.

Stimme aus der Branche

Zu den Freizeitmarkt-Händlern, die nun medizinisches Cannabis ins Sortiment aufnehmen, gehört nuEra. Chief Operating Officer Laura Jaramillo Bernal brachte diesen Schritt laut dem Kulturmagazin Smile Politely aus Champaign-Urbana mit den Unternehmenswurzeln in Verbindung.

„Seit unserer Eröffnung hat sich in dieser Branche viel verändert, doch die Betreuung der Patienten hatte für uns stets Priorität“, schrieb sie an Smile Politely. „Jetzt können wir diese Erfahrung zugänglicher, erschwinglicher und bequemer gestalten – mit kompetenter Beratung, spürbaren Einsparungen und mehr Optionen für Patienten direkt hier in der Gemeinde.“

Die Entwicklung in Illinois ist ein weiteres Indiz für die zunehmende Professionalisierung und Regulierung des US-Cannabismarktes. Für deutsche Anleger, die in den nordamerikanischen Cannabis-Sektor investieren möchten, sind solche regulatorischen Fortschritte ein wichtiges Signal für die langfristige Marktentwicklung.

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