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Kaycha Labs: Erneute Regelverstöße in Arizona trotz Rekordstrafe

Das Cannabis-Testlabor Kaycha Labs verstößt in Arizona trotz einer Rekordstrafe von 88.500 US-Dollar weiterhin gegen Auflagen – ein Problem, das die Qualitätssicherung in der gesamten Branche infrage stellt und für Cannabis-Anleger relevant ist.

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Das Cannabis-Prüflabor Kaycha Labs mit Sitz in Florida hält sich in Arizona weiterhin nicht an die gesetzlichen Auflagen – obwohl bereits eine Höchststrafe von 88.500 US-Dollar im Jahr 2025 verhängt wurde. Wie die „Arizona Republic“ unter Verweis auf aktuelle Kontrollen der Gesundheitsbehörde (Department of Health Services) berichtet, wurden erneut schwerwiegende Mängel festgestellt.

Bereits im Juni dieses Jahres entdeckten Prüfer im Labor in Tempe ein als „Verdünnungsproblem“ bezeichnetes Phänomen bei den THC-Wirksamkeitstests. Dieses habe zu einer „Verfälschung“ der Resultate geführt, so die Zeitung. Schon im November 2025 waren den Aufsichtsbehörden erhöhte Pestizidrückstände aufgefallen. Ein Rückruf im Folgemonat bezog sich auf „nicht bestandene Pestizidprüfungen“.

Mehrfachverstöße und offene Zahlungen

Diese Vorfälle sind Teil einer ganzen Reihe von Beanstandungen. Bereits im April 2025 deckte eine Inspektion über ein Dutzend angeblicher „Mängel“ auf. Darunter fielen Schwierigkeiten bei der Wirksamkeitsanalyse sowie bei den Verfahren zur Erkennung von Pestiziden und Mikroorganismen. Dem Bericht der „Republic“ zufolge hat Kaycha bisher lediglich die Hälfte der ursprünglichen Geldbuße aus dem Jahr 2025 beglichen. Welche weiteren Strafen drohen könnten, ist bislang nicht bekannt.

Die Aufsichtsbehörden in Arizona haben bei Kaycha inzwischen rund sechs Mal Verstöße dokumentiert. Mehrere der vom Gesundheitsministerium im April 2025 genannten angeblichen Verstöße waren „doppelte Wiederholungsbefunde“, die den Prüfern bereits bei Kontrollen in den Jahren 2023 und 2024 aufgefallen waren.

Graveierende Mängel in den Testverfahren

Zu den konkreten Beanstandungen des Gesundheitsministeriums von Arizona zählten unter anderem: Unvollständige oder „widersprüchliche“ Aufzeichnungen zur Probenentnahme und zum Transport. Darüber hinaus wiederholte Kaycha Wirksamkeitstests „auf Kundenwunsch ohne wissenschaftlich validen Grund“ und griff dabei auf eine separate „Methodendatei“ anderer Proben zurück, um das Produkt des nicht genannten Kunden zu bearbeiten. Diese Wiederholungsprüfungen seien laut Behörde „nach oben verzerrt“ gewesen.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass das Labor bei der Prüfung auf Pestizide und Schimmel eine „Bestimmungsgrenze“ ansetzte, die „das 25-Fache der gesetzlich erlaubten Höchstkonzentration“ ausmachte. Zudem führte Kaycha kein vollständiges Protokoll über alle Proben, bei denen Aspergillus und Salmonella „nachgewiesen“ wurden. Ein angewandter Verdünnungsfaktor zur Pestizidanalyse hätte es ermöglicht, kontaminierte Produkte unentdeckt zu lassen und in den Handel zu bringen.

Systemisches Problem im Cannabissektor

Unzuverlässige Resultate von Cannabis-Prüflaboren sind seit Jahren ein weitverbreitetes Problem in der legalen Industrie in den gesamten USA. Kritiker bemängeln, dass Labore unter starkem Marktdruck stünden, ihren Kunden – lizenzierten Anbau- und Produktionsbetrieben – günstige Ergebnisse zu liefern. Diese Betreiber wiederum führen an, dass sie ihre Ware nicht an Einzelhändler verkaufen könnten, ohne positive Wirksamkeitswerte vorlegen zu können.

Kaycha gibt laut der „Republic“ an, „der größte bundesstaatenübergreifende Anbieter in der Cannabis-Testbranche“ zu sein, mit Standorten in neun Bundesstaaten. Die wiederholten Verstöße in Arizona werfen jedoch ein schlechtes Licht auf die unzureichende Durchsetzung von Qualitätsstandards – ein Thema, das auch für Anleger in Cannabis-Aktien von Bedeutung ist.

Labore verlassen den Markt in Arizona

Die Entwicklung hat bereits spürbare Folgen für den Markt. Den aktuellsten verfügbaren Daten des Gesundheitsministeriums zufolge sind im Bundesstaat derzeit nur noch sieben Labore für die Cannabis-Prüfung zugelassen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber elf Laboren Mitte 2025. Ob die Behörden künftig schärfer gegen problematische Testlabore vorgehen werden, um das Vertrauen in die Sicherheits- und Wirkstoffangaben der Cannabisbranche wiederherzustellen, bleibt abzuwarten.

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